Home » Kreispolitik

Kindertagesbetreuung

29. August 2009 431 views Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Als ich vor gut 10 Jahren Mitglied des Stormarner Jugendhilfeausschusses wurde, gab es eine komplett andere, deutlich geringere Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder, sei es in Kindertagesstätten, Horten oder bei Tagesmüttern und -vätern. Anlässlich der Fortschreibung des Bedarfsplans lässt sich über den Zeitraum von 10 Jahren eine hervorragende Entwicklung feststellen. Bei den Kindern unter 6 Jahren ist die Vollversorgung bereits seit einigen Jahren erreicht. Die Plätze von unter 3 Jährigen sind in diesem Zeitraum von 0 auf über 1000 angestiegen. Eine beeindruckende Leistung vieler Gemeinden, die den vereinbarten Ausbau bis 2010 auf 20 % bereits heute nahezu erfüllt haben.

Diese Feststellungen mögen für viele Eltern und auch für die Politiker vor Ort erstaunlich klingen. Diese werden immer wieder konfrontiert mit fehlenden Plätzen und der Forderung nach weiterem Ausbau. Trotzdem bleibt anzuerkennen, dass die oben genannten Zahlen einer Revolution in der KiTa Landschaft gleichkommen. Dies gilt auch dann, wenn diese Versorgung drängenden Eltern, die jetzt einen Platz gerade für unter 3-jährige brauchen, nicht immer ausreichen. Der Ausbau geht voran. Er ist aber gleichzeitig eine immense finanzielle Herausforderung für alle Ebenen..

Auch die Zahl der Tagespflegeplätze hat sich in diesem Zeitraum enorm fortentwickelt. Die Zahl der registrierten Tagesmütter und –väter hat sich allein in den letzten 6 Jahren verdreifacht. In gleichem Maße haben sich auch die Bemühungen um Qualifizierung erhöht, die in Stormarn sehr erfolgreich sind. Auch bei den Tagesmüttern gibt es noch große finanzielle Herausforderungen. Allein eine Änderung in der Besteuerung veranlasste die Kreispolitik, ab diesem Jahr den Stundensatz um 50 % zu erhöhen.  Viele Gemeinden tragen zusätzlich mit eigenen Förderrichtlinien zur Finanzierung dieser Plätze bei.

Bei all diesen Zahlen dürfen wir aber auch einige inhaltliche Punkte nicht vernachlässigen. Wir haben eine vielfältige Trägerstruktur im Kreis, die mit unterschiedlichen Konzepten ein breites Angebot sicherstellt. Vor den Erzieherinnen und Erziehern stehen aber immer weitere Herausforderungen – die Qualitätserwartungen sind höher geworden. Eltern sollten dabei nie vergessen, dass sie die Betreuung der Kinder in die Hände von Einrichtungen geben können, nicht aber die Verantwortung für die Erziehung. Beklagen wir uns alle also nicht nur über gesellschaftliche Fehlentwicklungen. Wir alle sind als Eltern, Oma und Opas, Tanten und Onkel, Nachbarn und Kollegen gefordert, uns um die Zukunft von Kindern zu kümmern. Kindern brauchen Zeit, Orientierung und Liebe. Liefern wir diese gemeinsam!

Dieser Gastkommentar ist am 04.04.2009 im Stormarner Tageblatt erschienen.

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen registrieren Sie sich bei Gravatar.